Podologie
Was ist Podologie?
Die Podologie ist ein Zweig der Medizin, der sich mit der Erforschung, Diagnose und Behandlung von Krankheiten und Störungen der Nägel und der Haut des Fußes befasst. In Deutschland, Podologie ist ein medizinischer Fachberuf und wird als die nicht ärztliche Heilkunde am Fuß bezeichnet.
Die Podologie umfasst die folgenden Aspekte:
- Ganzheitliche Gesundheitsförderung.
- Vorbeugung von Fußerkrankungen und -fehlstellungen.
- Mit geeigneten Diagnosetechniken und Behandlungen arbeiten.
Betätigungsfeld:
Die Podologie umfasst ein breites Betätigungsfeld:
- Chiropodologie. Sie umfasst sowohl die chirurgische Behandlung einer Verletzung oder einer Gruppe von Verletzungen als auch die Behandlung von dermatologischen Erkrankungen oder Hautkrankheiten (Onychokryptosis, Onychomykose, oberflächliche Infektionen usw.). Dieser Bereich wird in Deutschland nicht von der Podologe durchgeführt, sondern von Chirurgen, die am Fuß spezialisiert sind.
- Präventive Podologie. Sie ermöglicht die Erstellung globaler und spezifischer Empfehlungen, die sich an alle Bevölkerungsgruppen richten, die für körperliche Veränderungen anfällig sind (insbesondere in Bezug auf den Fuß und die Fußpflege). D.h. Prophylaxe und Beratung in Fragen der Gesundheit am Fußes.
- Pädiatrische Podologie. Spezialisiert auf Kinderfüße und deren häufigste Erkrankungen.
- Sportpodologie (ein Bereich der Physiotherapie und der Sportmedizin). Spezialisiert auf die Bewegungen der Athleten und deren häufigste Erkrankungen.
- Geriatrische Podologie. Spezialisiert auf den pathologischen Fuß älterer Menschen (z.B. Risikopatienken wie Diabethiker, Rheumatiker und Neuropatiker).
- Physikalische Podologie. Sie untersucht die physikalischen Methoden, die therapeutisch auf den Fuß wirken können. Diese wirken schmerzhemmend, fördern die Durchblutung und können die Beweglichkeit des Fußes verbessern.
Verbände:
Fédération Internationale des Podologues (FIP)
Rue Eugène Carrière 57, 75018 Paris France
Email: secretariat@fip.global
Verband-Deutscher-Podologen (VDP)e.V.
Obere Waessere 3-7, D72764 Reutlingen,Germany
Tel/Fax: (+49) 7212 31 0089
Email: info@verband-deutscher-podologen.de
Präsident: Volker Pfersich
www.verband-deutscher-podologen.de
Wofür sind die Füße gut?
Die Füße sind das entscheidende Fundament unseres Körpers. Hier sind einige interessante Fakten und Zahlen:
Es wird geschätzt, dass ein Mensch im Laufe seines Lebens etwa 150.000 Kilometer zu Fuß zurücklegen kann, was einer sechsmaligen Umrundung der Erde entspricht.
Warum schwitzen meine Füße?
Die Fußsohle hat etwa 360 Schweißdrüsen.
Warum habe ich kalte Füße?
Kalte Füße können ein Symptom für eine unzureichende Durchblutung sein.
Zehennägel wachsen 0,1 Millimeter pro Tag.
Der Fuß besitzt 25 % aller Knochen des menschlichen Körpers und umfasst 26 Knochen, 33 Gelenke und über 100 weiche Strukturen (Sehnen, Muskeln und Bänder).
Die Ferse des Fußes erzeugt eine Aufprallkraft von 110 % des Körpergewichts.
Die Füße sind ein Spiegelbild des Gesundheitszustandes unseres Körpers.
Die Füße bestehen aus 26 Knochen, von denen 14 die Zehen bilden. Diese 14 Knochen werden als Phalangen bezeichnet, und jede Zehe hat drei Phalangen, außer der großen Zehe, die zwei hat.
Warum hat man Zehen, wenn man damit nichts greifen kann?
Die Zehen werden von mehreren Sehnen und Bändern gesteuert. Sie weisen eine große Anzahl von Nerven auf. Diese Nerven haben die Aufgabe, Veränderungen des Gleichgewichts, des Geländes, des Drucks und der Temperatur zu erkennen.
Von allen Zehen kann sich nur der große Zeh – oder Hallux – unabhängig von den übrigen vier Zehen bewegen, die als Team arbeiten. Der Hallux spielt beim Gehen eine wesentliche Rolle, da er den Fuß abstützt. Das bedeutet, dass die große Zehe diejenige ist, die uns beim Gehen antreibt.
Die übrigen Zehen haben keinen Namen wie der Hallux, sie sind nur durch ihre Nummer benannt. Der Zeh nach dem Hallux ist die Nummer zwei bis zum letzten Zeh, der Nummer fünf ist. Diese Zehen sind wichtig für das Gleichgewicht und den Stand.
Die Füße
Es sind die Füße, die es uns ermöglichen, aufrecht zu stehen, uns vorwärts zu bewegen und zu gehen. Sie sind es, die uns das Gleichgewicht verleihen und verhindern, dass wir fallen. Das Ineinandergreifen und die Form der 26 Knochen geben uns die Stabilität, um aufrecht zu stehen. Sie sind auch die ersten, die jeden Aufprall vom Boden abfangen, sie sind unsere Stoßdämpfer, die die Reaktionskraft auf das Knie und die Hüfte übertragen und dazu beitragen, uns mit Hilfe von Muskeln, Bändern, Sehnen, Nervensystem usw. im Gleichgewicht zu halten.
Aber sie sind noch viel wichtiger. Die Füße sind es, die uns am Boden halten, sie halten uns in der Gegenwart und geben uns die Möglichkeit, uns vorwärts zu bewegen und in die Zukunft zu „gehen“ oder uns umgekehrt in die Vergangenheit zurückzubringen. Wenn wir eine Person beobachten, die dazu neigt, immer an die Vergangenheit zu denken, dann handelt es sich um eine Person, die aus irgendeinem Grund das Gefühl hat, dass sie nicht vorankommt und in der Vergangenheit lebt. Wenn wir diese Person beim Gehen beobachten, werden wir feststellen, dass sie kleine, kurze und langsame Schritte macht und eine gebeugte Haltung und einen gesenkten Blick hat.
Es ist, als ob ihre Füße sich nicht vorwärts bewegen wollen und sie “ zurück“ halten. Im Gegenteil, wenn wir eine Person beobachten, die immer an die Zukunft denkt, an das, was kommen wird, werden wir beim Gehen feststellen, dass sie schnell geht, mit langen und großen Schritten, sowie mit einer gestreckten Haltung, mit dem Körper nach vorne und einem hohen Blick. Diese Menschen sind so, als könnten sie nicht stehen bleiben, sie rennen immer auf das zu, was kommt.
Füße als Symbol
Die Füße symbolisieren Verwurzelung und Stabilität, sie stehen im Zusammenhang mit der Lebenseinstellung und -auffassung. Wenn wir Probleme mit unseren Füßen haben, symbolisiert das, dass wir einen Konflikt mit unserem Bewusstsein haben, mit der Art und Weise, wie wir unser Leben verstehen, mit der Angst, nichts zu wissen oder nicht in der Lage zu sein, auf unserem Weg/Leben voranzukommen.
Außerdem spiegelt sich ist in jedem Fuß unser ganzer Körper wieder, da eine Vielzahl von Nervenenden dorthin führen. Der linke Fuß steht für unsere rechte Gehirnhälfte, den sensorischen Teil, der eher weiblich ist und für die Zukunft, das Unbewusste steht, und der rechte Fuß steht für die linke Gehirnhälfte, den eher männlichen Teil, der für das Bewusstsein steht. Zudem ist es wichtig zu wissen, dass die Füße der Ort sind, an dem wir die Energie aus der Erde erhalten, und dass es auch unser Weg der Entladung ist.
Dies sind einige der Gründe, warum wir uns unserer Füße bewusst sein sollten, was sie symbolisieren und wie sie unsere Gesundheit in unserem Leben beeinflussen können.
Wann soll ich am besten Schuhe kaufen?
Da die Fußgröße aufgrund von Flüssigkeitsansammlungen variieren kann, ist es ratsam, die Schuhe in den Nachmittagsstunden zu kaufen, um so die ideale Schuhgröße zu gewährleisten.
Wofür sind die Fußnägel gut?
Der Nagel ist eine Schutzstruktur, die aus zwei Hauptkomponenten besteht: Keratin, das ihm seine Härte verleiht, und Kalzium.
Wie sehen gesunde Nägel aus?
Der Nagel zeichnet sich durch eine glänzende, glatte Oberfläche aus, aber wenn wir ihn näher betrachten, entdecken wir, dass er in mehrere Schichten unterteilt ist, von denen jede eine bestimmte Funktion hat. Der Nagel setzt sich aus der Matrix, der Nagelplatte und dem Nagelbett zusammen:
- Die Matrix ist die Wurzel des Nagels und die Lunula, der untere Teil der Matrix, ist bei vielen Menschen durch eine andere Farbe als der Rest des Nagels sichtbar.
- Die Nagelplatte ist das, was wir normalerweise als Nagel kennen, ein Konglomerat aus in Schichten angeordneten Hornzellen. Die Oberflächenseite ist glatt und glänzend, die Unterseite weist Rillen auf, die den komplementären Rillen des Nagelbetts entsprechen. Die Nagelplatte ist vom Perionychium umgeben, das aus den proximalen und lateralen sichtbaren Hautanteilen besteht.
- Das Nagelbett ist das anhaftende Bindegewebe unter der Nagelplatte. Das Hyponychium ist der Bereich, der den Übergang zwischen dem Nagelbett und dem Fingerballen markiert, wo der freie Nagelrand beginnt. Fingernägel wachsen bei Erwachsenen etwa 0,1 mm pro Tag. Die Wachstumsrate ist bei älteren Menschen langsamer und bei Kindern schneller. Zehennägel wachsen nur etwa halb so schnell.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass unsere Nägel aus verschiedenen Schichten bestehen, die unterschiedliche Funktionen haben, aber alle haben einen gemeinsamen Nenner, der zu der Haupteigenschaft des Nagels führt: uns zu schützen. Außerdem helfen sie uns, beim Gehen das Gleichgewicht zu halten.
Wie können wir unsere Füße pflegen?
Hier sind ein paar einfache Empfehlungen für die Pflege der Füße:
- Lass dich regelmäßig in spezialisierten Einrichtungen, vorzugsweise in einem Fußpflegezentrum, im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung behandeln und beraten.
- Wasche und trockne deine Füße immer gut ab, um übermäßige Feuchtigkeit und somit die Vermehrung von Pilzen und Bakterien zu vermeiden.
- Trage Socken aus natürlichen Materialien wie Baumwolle oder Wolle, um die Atmung der Haut zu verbessern.
- Trage eine feuchtigkeitsspendende Creme auf die Fersen auf, um zu verhindern, dass dieser Bereich des Fußes austrocknet, reißt und Krankheitserregern in die Haut eindringen.
- Trage bequeme, flexible Schuhe mit einer synthetischen Fußsohlenpolsterung, um eine Überlastung der Füße zu vermeiden.
- Vermeide das Tragen von Schuhen mit hohen Absätzen.
- Suche eine Podologin oder einen Podologe auf, solltest du Fußbeschwerden verspüren.
Warum sollte ich zum Podologen gehen?
Podologen erkennen und behandeln:
- Pilzinfektionen der Zehennägel (Onychomykose). Ihre Behandlung und dauerhafte Heilung ist im Allgemeinen recht schwierig, da es sich um eine hartnäckige Infektion handelt, die in der Regel orale Antimykotika erfordert. Die podologische Behandlung und der wirksame Einsatz von Antimykotika mit keratolytischen Eigenschaften können sie jedoch beseitigen.
- Onychokryptosis oder eingewachsene Nägel, die äußerst schmerzhaft sind und zu verschiedenen Infektionen führen können.
- Bromhidrose, eine Hauterkrankung, die durch Schweißabsonderung verursacht wird und zu einem charakteristischen üblen Geruch führt.
- Fußpilz. Eine sehr häufige, in vielen Fällen recht hartnäckige Pilzinfektion (dessen wissenschaftlicher Name Tinea pedis ist). Sie beginnt in der Regel in den Zwischenräumen der Zehen, kann sich aber auch auf ein größeres Gebiet und auf die Nägel ausbreiten. Die betroffene Haut hat ein schuppiges Aussehen und kann Blasen bilden.
- Schwielen (Hyperkeratose) sind Verhärtungen an einer umschriebenen, oberflächlichen Stelle, die durch wiederholte Traumen verursacht werden, in der Regel durch einen knöchernen Vorsprung oder mangelhaftem Schuhwerk.
- Psoriasis oder Schuppenflechte, bei der die Zehennägel ihre Farbe, Form und Härte verändern, was zu Problemen beim Schneiden führen kann.
- Die Schuppenflechte kann auch die Gelenke befallen, was zu Entzündungen und Psoriasis-Arthritis führen kann.
- Eine weitere systemische Erkrankung, die den Fuß betreffen kann, ist Diabetes, sowohl Typ I als auch Typ II: Fußprobleme können hier so schwerwiegend sein, dass sie bis zu einer Amputation führen können.
Wie läuft ein Besuch beim Podologe ab?
- Das erste, was der Podologe tun wird, ist eine Anamnese zu erheben: Er/sie wird nach allgemeinen Krankheiten fragen, die die Person im Moment hat oder in der Vergangenheit hatte, nach der chirurgischen Vorgeschichte, nach Allergien gegen Medikamente, nach der permanenten Einnahme von Medikamenten, nach der podologischen Vorgeschichte und dem Grund für die Untersuchung. Zum Beispiel, wenn eine Person allergisch gegen Latex ist oder gegen das Jod in Betadin.
- Nach der Anamese und Erkennung von Pathologien (Krankheiten) werden diesen Fachgemäß behandelt.
- Die Behandlung erfolgt immer in Zusammenarbeit mit dem zuständigen Arzt (Hausarzt, Physiotherapeut, Dermatologe, Diabetologe, …).
- Nach der Behandlung bekommen Sie Empfehlungen für die Pflege und, wenn notwendig, weitere Termine für die Fortführung der Behandlung oder zur Kontrolle.
Wer kann von einem Podologen behandelt werden?
- Es empfiehlt sich in jedem Alter, die Füße einmal im Jahr untersuchen zu lassen, auch wenn keine Beschwerden auftreten, um sich zu vergewissern, dass alles in Ordnung ist, und um eventuelle Fragen zur Fußpflege, zum geeigneten Schuhwerk oder andere Fragen zu klären.
- Bei Fußschmerzen sollte man immer einen Podologen aufsuchen: Je nach Alter kann es sich um ein anderes Problem handeln.
- Podologen behandeln nicht nur ältere Menschen.
- Ein Podologe kann Menschen in jedem Alter helfen: In jedem Lebensabschnitt können andere Probleme auftreten.
- Bei Neugeborenen und in den ersten Lebensmonaten prüfen sie, ob das Nagelwachstum normal ist und keine eingewachsenen Nägel auftreten.
- Bei Kindern sind die häufigsten Probleme Papillome, die sie sich in Duschen oder öffentlichen Schwimmbädern zuziehen, sowie Probleme mit Pes cavus oder Plattfüßen.
- In der Pubertät sind auch eingewachsene Zehennägel, Papillome und Pilzinfektionen (Fußpilz) häufig.
Die häufigsten Pathologien bei Erwachsenen sind:
- Verhärtungen an den Fußsohlen (Hyperkeratose).
- Probleme, die durch übermäßiges Schwitzen verursacht werden.
- Pilz- oder bakterielle Infektionen.
- eingewachsene Zehennägel.
- unbehandelte Platt- oder Hohlfüße.
- plantare Fasziitis (Schmerzen im Bereich des Fußgewölbes oder der Ferse).
- schlecht verheilte Sportverletzungen, die den Fuß in bestimmten Bereichen überlasten und Schmerzen verursachen.
- Instabilität der Knöchel, die zu wiederholten Verstauchungen führt.
- müde Füße bei bestimmten Arbeiten oder Tätigkeiten.
Bei älteren Menschen spiegeln sich die getragenen Schuhe, die Jahre der Arbeit, die gesunden oder ungesunden Lebensgewohnheiten in der Gesundheit der Füße wider: Die Flexibilität geht verloren und die Fußpflege wird schwieriger. Die häufigsten Pathologien die auftreten sind:
- Verhärtungen, Schwielen und „Hühneraugen “ zwischen den Zehen aufgrund von falschem Schuhwerk in der Jugend.
- Ballenzehen, Hammerzehen, Krallenzehen.
- erhöhter Druck auf die Fußsohlen aufgrund unbehandelter Platt- oder Hohlfüße.
Behandlungen, die ein Podologe empfehlen kann:
- Die empfohlenen Behandlungen sind im Allgemeinen schonend, nicht aggressiv und ohne Schmerzen.
- Es wird eine Vielzahl von Instrumenten verwendet, die aufgrund ihrer Größe oder Form (manchmal spitz) mitunter erschreckend wirken können.
- Das Entfernen von Verhärtungen an den Fußsohlen oder Zehen ist nicht schmerzhaft, da es sich um abgestorbene Haut ohne Nervenenden handelt,
- manchmal kann es sogar kitzeln!
- Die Behandlung eingewachsener Zehennägel kann lästig sein. Manchmal kann ein wenig Kälte oder Anästhesiecreme verwendet werden, um den eingewachsenen Nagel zu schneiden. Diese Art der Behandlung wird in der Regel in einer einzigen Sitzung durchgeführt, und die Linderung der Symptome tritt sofort ein.
Podologie als Leistung der Krankenkasse
